Planespotter und Spotting – Ursprung einer neuen Community

Der Begriff “Spotting” kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet so viel wie beobachten bzw. erkennen. Entstanden ist die heutige globale Leidenschaft Planespotting verschiedenen Quellen zufolge während des 2. Weltkrieges. Am Berliner Flughafen Tempelhof beispielsweise beobachteten Menschen den regen Flugbetrieb während der Berliner Luftbrücke und notierten die Kennzeichen, die sogenannten Registrierungen, der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge. Durch die Entwicklung der analogen Fotografie begann man zunehmend, Flugzeuge zu fotografieren bzw. zu spotten. Auf den Aussichtsterrassen der Flughäfen oder an den Flughafenzäunen der jeweiligen Flughäfen schlossen sich Menschen – die späteren Planespotter – zusammen und tauschten sich über den Flugbetrieb an ihrem Flughafen aus. Man unternahm teilweise lange Reisen zu anderen Flughäfen oder zu internationalen Airshows, bei denen man neue Kontakte schloss und der Leidenschaft des Spottings nachkommen konnte.

Digitale Fotografie – das Spotting wächst aus den Kinderschuhen

Der anhaltende technologische Fortschritt wirkte sich auch ausgiebig auf das Planespotting aus. Die digitale Fotografie ist für einen heutigen Planespotter unerlässlich. Hochwertige digitale Spiegelreflexkameras inklusive Zubehör sind ein “Must-have” für jeden Spotter. Vor allem der Zeit- und Kostenfaktor hat sich mit der Wende hin zur digitalen Fotografie deutlich verändert. Hat man früher erst nach der Entwicklung der Negative die endgültigen Spotting-Ergebnisse seiner Foto-Touren gesehen, kann man heute mit wenigen Handgriffen die Belichtung sowie die Verschlusszeit an seiner Kamera anpassen und das Ergebnis noch vor Ort optimieren.

Spotting heute – Planespotter vernetzen sich weltweit

Mittlerweilespielt das Internet heute eine umfangreiche Rolle in der Welt der Planespotter. Nach einem Flughafenbesuch werden die Bilder auf den heimischen PC übertragen und anschließend auf einer eigenen Homepage veröffentlicht oder in sogenannten Datenbanken hochgeladen. Die Datenbanken erlauben den weltweiten Zugriff auf Bilder von Spottern aller Kontinente, was den Austausch beim Planespotting deutlich vereinfacht. Viele Datenbanken verlangen gewisse Qualitätsstandards wie beispielsweise die richtige Belichtung und Zentrierung der Flugzeuge auf den Spotting-Bildern. Die Qualität wird von sogenannten “Screenern” überprüft. Sie entscheiden, ob das Bild in die Datenbank aufgenommen wird oder im Negativfall abgelehnt wird.

Zu den wohl bekanntesten Spottern in der Planespotting-Szene weltweit gehört derzeit Sam Chui. Bekannt geworden ist der Australier durch seine qualitativ hochwertigen Fotos. Besonders sogenannte „Air-to-Air-Fotos“, also die Fotografie aus einem fliegenden Objekt heraus, ermöglichen ihm vollkommen neuartige Perspektiven und gehören zu seinem Spezialgebiet.

Planespotting – ein Hobby das genaue Planung erfordert

Wenn ein Planespotter eine Foto-Tour plant läuft diese in der Regel wie folgt ab: Zunächst wird mithilfe des Internets der Flughafen ausfindig gemacht, an dem das beste Wetter herrschen wird und wo man die interessantesten Flugzeuge zu Gesicht bekommen wird. Zur Informationsbeschaffung beim Planespotting dienen Foren im Internet, in denen die angekündigten “Specials” der kommenden Tage veröffentlicht werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Sonderlackierungen von Flugzeugen der verschiedenen Fluggesellschaften gelegt, die zu besonderen Anlässen oder zu Werbezwecken in den buntesten Farben durch die Welt fliegen. Neben den Sonderlackierungen sind unter Planespottern auch ältere Flugzeugtypen sehr beliebt.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Standortwahl an den entsprechenden Flughäfen – eine Spotting-Grundregel besagt, immer mit der Sonne im Rücken fotografieren. Ebenso wichtig wie der Standort selbst ist die Wahl des Transportmittels, denn an manchen Flughäfen mit mehreren Start- und Landebahnen kann es zu schnellen Positionswechseln komme. Darüber hinaus ist das Mitführen einer Leiter beinahe schon Pflicht für einen Spotter, da eine freie Sicht auf die Rollbahnen aufgrund von Zäunen nicht immer gewährleistet ist.

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